Autor: Helge Fauskanger - Übs. B. Raßbach
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Blau geschriebene Abschnitte sind abgeändert, um sie an die deutsche Grammatik anzupassen!
Imperativsätze können auf verschiedene Weise Pronomen einschließen. Wenn ein Befehl einen einzelnen Adressaten hat, kann wohl die Endung -t (die ursprünglich „du“ bedeutet) an das Verb der Imperativwendung angefügt werden; wenn verschiedene Leute aufgefordert werden, etwas zu tun, könnte statt dessen die Endung -l verwendet werden (mit der ursprünglichen Bedeutung „ihr“). Pronomen, die das direkte oder indirekte Objekt eines Imperativs bezeichnen, könnten sich an den Partikel á anhängen.
Die (langen) Formen der Subjektpronomen-Endungen, die an Verben angehängt werden können, könnten auch verwendet werden, um unabhängige betonte Pronomen zu entwickeln, indem man die relevante Endung an e- anhängt. Zum Beispiel entspricht die Subjektendung -lyë „du“ dem eigenständigen betonten Pronomen elyë „(sogar) du“. Das betonte Wort für „ich“, das der Endung -nyë entspricht, zeigt jedoch i- statt e- als Anfangsvokal: inyë.
Quenya-Fragewörter zeigen offensichtlich am Wortanfang ma-; attestierte Beispiele sind man „wer“, mana „was“ und manen „wie“.
Postpositionen sind in der Funktion Präpositionen ähnlich, aber sie folgen dem Wort, mit dem sie verbunden sind, anstatt ihm (oder ihnen) vorauszugehen. Das Wort pella „jenseits“ scheint als Postposition zu fungieren; Namárië enthält Andúnë pella (nicht ?pella Andúnë) für „jenseits des Westens“. Das Wort yá ist glossiert als „ago“ (früher, vor..., ETYM, Eintrag ya), vielleicht fungiert es also auch als Postposition wie seine englische Übersetzung.
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| otsëa | siebte(r/s) |
| toltëa | achte(r/s) (In einem späten Dokument änderte Tolkien diese Form zu toldëa: VT42:25, 31. Offensichtlich dachte er daran, das Wort für "8" von tolto zu toldo abzuändern. Wir können toldo "8" und toldëa "achte(r/s)" als gültige Varianten betrachten, aber in den Übungen unten bevorzuge ich toltëa – in Übereinstimmung mit tolto, der Form des Wortes "8", wie es in den Etymologies aufgelistet ist.) |
| inyë | ich (betontes Pronomen) |
| elyë | du
(betontes Pronomen) (Manche nehmen an, dies sei die Einzahl "du",
korrespondierend zum Plural ellë; wie auch immer, in den Übungen
wird nurelyë verwendet.) |
| elmë | wir ausschließend (betontes Pronomen) (Diese Form ist nicht direkt attestiert, aber ein "Update" der früheren Form emmë; Tolkien änderte wohl die Endung für ausschließendes "wir" von -mmë zu -lmë) |
| elvë | wir, einschließend (betontes Pronomen) (nicht direkt attestiert, aber aus der Endung -lvë extrapoliert.) |
| man | wer? |
| mana | was? (einer Interpretation des Satzes, wo dieses Wort auftaucht, entsprechend) |
| manen | wie? |
| pella | jenseits (Postposition) |
| yá | früher, vor... (Postposition, wie "ago", "früher, vor...", als das es glossiert ist?) |
| írë | als, wenn (zeitlich) |
ANMERKUNG zu dem Wort írë „als, wenn“: Das ist (fast sicher) kein Fragewort, obwohl
englisch „when“ glossiert. Eine Frage wie „wann (engl.: when) willst du
kommen?“ kann kaum übersetzt werden mit **írë
tuluvalyë? Für „wann“ als reines, ursprüngliches Fragewort wurde kein
Quenya-Wort veröffentlicht, obwohl man sich über diese Lücke helfen kann -
zum Beispiel können wir eine Umschreibung wie lú
mana(ssë) = „zu welcher Zeit?“ verwenden. Das Wort írë wird verwendet für „wenn, als“ (im Englischen ebenfalls
„when“) in dem Sinn, dass es eine Information
darüber, wann etwas erscheint, einführt; es ist attestiert in Fíriels
Song. Die relevanten Wendungen sind nicht gerade HdR-mäßiges Quenya, aber der
Gebrauch von írë könnte immer auf
dieselbe Weise wahrgenommen werden: Yéva
tyel ar i-narquelion, irë ilqua yéva nótina = „dort wird ein
Ende sein, und das Verblassen, wenn alles gezählt ist“; man...antáva nin Ilúvatar...írë Anarinya queluva? =
„was wird der Vater mir geben ... wenn meine Sonne verblasst?“ Gegenwärtig
haben wir keinen weiteren Beleg für ein solches Wort, und da es äußerst nützlich
ist, werden wir írë „wenn, als“
aufnehmen in unseren Versuch eines Standard-Quenya. Viele Schreiber nach Tolkien
haben es schon verwendet. Es wurde vermutet, dass das initiale í-
von írë verwandt ist mit dem bestimmten Artikel i „der, die, das“, während das finale -rë gleichgesetzt werden könnte mit dem Wort ré „[24 Stunden-]Tag“ (das Wort aurë bezieht sich nur auf die Periode des Tageslichtes). Wenn dem
so ist, dann bedeutet írë ursprünglich
„der Tag“ - und natürlich würde „was wird der Vater mir geben...an
dem Tag [an dem] meine Sonne verblasst“ immer noch Sinn machen. Doch es
scheint, dass das Wort írë „wenn,
als“ lange vor dem Hauptwort ré
„Tag“ existierte; letzteres entwickelte sich offensichtlich, als Tolkien die
Anhänge zum HdR schrieb. Ich würde nicht zögern, írë für „wenn, als“ im Allgemeinen einzusetzen (ohne seine
Anwendung auf „den Tag, an dem...“ zu beschränken)
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Wie oben beschrieben fügte Tolkien manchmal zusätzliche Wörter hinzu, wenn er betonte Pronomen übersetzte, z. B. elyë = „sogar du“ (um die Betonung des Wortes herauszustellen). Doch in den Lösungen zu den Übungen unten ebenso wie im „Übersetzen Sie in Quenya“- Abschnitt haben wir das einfachere System übernommen, die betonten Pronomen kursiv zu schreiben (z. B. elyë = du):
1. Übersetzen Sie ins Deutsche:
Man
marnë i coassë cainen loar yá, írë inyë lá marnë tassë?
Mana
elvë polir carë?
Áta
antat nin, ar ávata nurtat nillo!
Man
elyë cennë i otsëa auressë?
Antuvantë
ilyë i annar inyen ar lá elyen!
Mana
i neri hirner i nóressë i oronti pella?
Manen
elyë poluva orta i alta ondo írë inyë úmë polë caritas?
Sellelma
marë coa entassë; elmë marir i toltëa coassë mallë sinassë. Á tulil
ar á cenil coalma!
2. Übersetzen Sie in Quenya!
Wer hat
das [ta] getan?
Was
fandest du in dem siebten Zimmer,
als du dort hingingst [tanna]?
Als du
kamst, wollte ich gehen [auta]
Gib uns
den Wein! (eine Anweisung, die ausdrücklich
an verschiedene Personen gerichtet ist)
Gib den
Wein uns und nicht [lá]
den Kriegern! (“Uns” ist hier
ausschließend. Diese Anweisung ist nur an eine einzelne Person gerichtet.)
Der siebte
Krieger ist von jenseits der großen Berge gekommen.
Jenseits
[oder hinter] der achten Tür [oder “Tor”, ando] fandest du einen
großen Schatz; wir [ausschließend],
die nach dir kamen [apa le] fanden kein Ding!
Wie fanden
die schrecklichen Zwerge sie vor sieben Tagen?